In Kürze
Mediation ist ein freiwilliges Verfahren zur außergerichtlichen Beilegung von Konflikten. Eine unparteiische Person — der Mediator — hilft den Beteiligten, gemeinsam eine einvernehmliche Lösung zu finden, ohne selbst eine Entscheidung zu treffen.
Definition
Das Wort Mediation stammt vom lateinischen „mediatio" und bedeutet Vermittlung. Die Konfliktparteien — sogenannte Medianden — erarbeiten unter Begleitung eines neutralen Mediators selbst eine Lösung, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht.
Der Mediator trifft keine Entscheidungen und macht keine Vorschläge. Er moderiert das Gespräch, bringt die Parteien wieder miteinander ins Reden und sorgt dafür, dass beide Seiten gehört werden. Die Eigenverantwortung der Beteiligten steht dabei im Mittelpunkt.
Mediation unterscheidet sich von der Schlichtung: Ein Schlichter unterbreitet den Parteien Kompromissvorschläge, ein Mediator überlässt die Entscheidung vollständig den Medianden.
Wann ist Mediation sinnvoll? Besonders hilfreich ist sie, wenn:
- die Kommunikation zwischen den Parteien stark gestört oder abgebrochen ist
- der Konflikt sehr emotional geworden ist
- die Ursachen des Konflikts komplex sind
- eine schnelle und vertrauliche Lösung gewünscht wird
- beide Seiten auch künftig zusammenarbeiten möchten oder müssen — zum Beispiel am Arbeitsplatz
Grundvoraussetzung ist die Bereitschaft beider Parteien, an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten. Steht das Ergebnis bereits vorher fest, ist eine Mediation nicht möglich.
Ablauf in fünf Stufen:
- Stufe 1 – Auftragsabklärung: Der Mediator erklärt das Verfahren; eine schriftliche Mediationsvereinbarung wird geschlossen.
- Stufe 2 – Themensammlung: Beide Seiten schildern ihre Sicht des Konflikts; die Konfliktbereiche werden strukturiert.
- Stufe 3 – Positionen und Interessen: Die eigentlichen Bedürfnisse und Wünsche hinter den Streitpunkten werden herausgearbeitet.
- Stufe 4 – Lösungssuche: Im Brainstorming werden Lösungsmöglichkeiten gesammelt und gemeinsam bewertet.
- Stufe 5 – Vereinbarung: Das Verfahren endet mit einer schriftlichen, einvernehmlichen Mediationsübereinkunft.
Studien zeigen, dass über 80 Prozent der Mediationsverfahren mit einer einvernehmlichen Einigung enden — und ebenso viele Teilnehmer mit dem Ergebnis zufrieden sind. Bei Gerichtsverfahren ist das deutlich seltener der Fall.