Mitarbeiterbefragung

In Kürze

Eine Mitarbeiterbefragung ist ein Instrument, mit dem Unternehmen die Meinungen, Erfahrungen und Zufriedenheit ihrer Beschäftigten systematisch erfassen. Die Ergebnisse dienen dazu, Arbeitsbedingungen, Betriebsklima und Personalentwicklung zu verbessern.

Definition

Bei einer Mitarbeiterbefragung werden Beschäftigte – meist mithilfe eines standardisierten Fragebogens – zu verschiedenen Themen rund um ihren Arbeitsalltag befragt. Die Befragung kann das gesamte Unternehmen oder nur einzelne Abteilungen und Beschäftigtengruppen umfassen.

Typische Themen sind die Arbeitszufriedenheit, der Führungsstil von Vorgesetzten, die Lohn- und Gehaltsstruktur, die Arbeitsplatzgestaltung sowie geplante Veränderungen wie flexible Arbeitszeiten oder Schichtarbeit. Außerdem können Beschäftigte eigene Verbesserungsvorschläge einbringen.

Viele Arbeitnehmer stehen Befragungen skeptisch gegenüber – vor allem aus Sorge, dass ihre Antworten nicht wirklich anonym bleiben. Damit eine Befragung erfolgreich ist, sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Freiwillige Teilnahme – niemand darf zur Teilnahme gezwungen werden
  • Vollständige Anonymität – Antworten dürfen nicht einzelnen Personen zugeordnet werden können
  • Transparente Information – alle Beteiligten werden vorab über Ziel und Ablauf informiert
  • Einbeziehung der Beschäftigten – von der Planung bis zur Auswertung
  • Offenlegung der Ergebnisse – die Unternehmensleitung teilt die Ergebnisse mit den Beschäftigten
  • Konsequenzen – die Unternehmensleitung ist bereit, auf berechtigte Kritik tatsächlich zu reagieren

Rechtlich ist zu beachten: Eine Mitarbeiterbefragung gilt nicht als Personalfragebogen im Sinne von § 94 BetrVG und fällt auch nicht unter das Mitbestimmungsrecht bei sozialen Angelegenheiten nach § 87 BetrVG. Der Betriebsrat muss also nicht zustimmen. Dennoch empfiehlt es sich, ihn frühzeitig einzubinden – denn wenn der Betriebsrat die Befragung unterstützt, steigt die Bereitschaft der Beschäftigten zur Teilnahme deutlich.

Bei guter Vorbereitung sind Beteiligungsquoten von 75 bis 90 Prozent erreichbar, was für aussagekräftige Ergebnisse ausreicht.