In Kürze
Ein Austrittsgespräch (auch Abgangsinterview) ist ein Gespräch zwischen Arbeitgeber und einem Mitarbeiter, der das Unternehmen verlässt. Es dient dazu, die Gründe für den Weggang zu verstehen und das Unternehmen weiterzuentwickeln.
Definition
Wenn ein Mitarbeiter selbst kündigt, kann der Arbeitgeber ein Austrittsgespräch anbieten. Ziel ist es, mehr über die persönlichen Kündigungsgründe zu erfahren und ehrliches Feedback zur Unternehmenskultur, zum Betriebsklima und zu den Arbeitsbedingungen zu erhalten.
Das Gespräch ist freiwillig — der ausscheidende Mitarbeiter ist nicht verpflichtet, seine Kündigungsgründe zu nennen oder Auskunft über sein Arbeitsverhältnis zu geben. Es soll in offener, ungezwungener Atmosphäre als Dialog geführt werden, nicht als Verhör.
Besonders sinnvoll ist ein Abgangsinterview, wenn der Mitarbeiter selbst gekündigt hat oder ein befristetes Arbeitsverhältnis endet. Bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber bringt es dagegen selten nützliche Erkenntnisse.
Damit das Gespräch ehrliche Ergebnisse liefert, sind zwei Voraussetzungen wichtig:
- Vertraulichkeit: Der Arbeitgeber muss absolute Verschwiegenheit über den Gesprächsinhalt zusichern.
- Neutraler Gesprächspartner: Das Gespräch darf nicht vom direkten Vorgesetzten des ausscheidenden Mitarbeiters geführt werden.
Typische Themen im Austrittsgespräch sind die ausgeübte Tätigkeit, das Betriebs- und Abteilungsklima, der Führungsstil, die Kommunikation im Unternehmen sowie die allgemeinen Arbeitsbedingungen. Häufige persönliche Kündigungsgründe sind fehlende Aufstiegsmöglichkeiten, die Vergütung, der Führungsstil, familiäre oder gesundheitliche Gründe sowie in manchen Fällen auch Mobbing.
Das Unternehmen sollte das Gespräch nicht dazu nutzen, den Mitarbeiter zur Rücknahme seiner Kündigung zu bewegen. Aussagen des ausscheidenden Mitarbeiters sind außerdem nicht immer vollständig objektiv — das sollte bei der Auswertung berücksichtigt werden.