In Kürze
Ein Sabbatical ist eine längere, meist bezahlte Auszeit vom Beruf – bei gleichzeitiger Rückkehrgarantie auf den eigenen Arbeitsplatz. Es ist kein gewöhnlicher Urlaub, sondern ein zeitlich geplanter „Ausstieg auf Zeit".
Definition
Das Wort Sabbatical stammt aus dem Hebräischen und geht auf einen biblischen Brauch zurück: Im siebten Jahr sollte das Land ruhen. Heute bezeichnet der Begriff eine längere berufliche Auszeit, die Arbeitnehmer bewusst einplanen – etwa um zu reisen, sich weiterzubilden oder einfach durchzuatmen.
Ursprünglich war das Sabbatical an amerikanischen Universitäten verbreitet: Professoren wurden für ein halbes Jahr vom Lehrbetrieb freigestellt, um sich der Forschung zu widmen. Inzwischen ist dieses Modell auch an deutschen Hochschulen üblich – und findet zunehmend Eingang in die Privatwirtschaft.
Schätzungsweise 3 bis 5 Prozent der deutschen Unternehmen bieten ihren Beschäftigten ein Sabbatical an. Während der Auszeit beziehen viele Arbeitnehmer weiterhin ihr Gehalt – oft finanziert durch angesammelte Überstunden oder eine vorübergehende Gehaltsreduzierung über einen längeren Zeitraum. In der Regel wird auch eine Weiterbeschäftigungsgarantie vereinbart.
Wer keinen Arbeitgeber findet, der ein Sabbatical unterstützt, kann alternativ einen unbezahlten Langzeiturlaub beantragen – ohne Gehaltsfortzahlung, aber ebenfalls als zeitlich begrenzte Auszeit.
Der rechtliche Rahmen ergibt sich aus dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), das Tarifpartnern ermöglicht, sogenannte Arbeitszeitkonten zu vereinbaren. Auf diesen Konten können Beschäftigte Überstunden ansparen und das Guthaben später am Stück als Freizeit nehmen – die Grundlage vieler Sabbatical-Modelle.