Sozialversicherung

In Kürze

Die Sozialversicherung schützt Arbeitnehmer in Deutschland vor den finanziellen Folgen von Krankheit, Unfall, Alter, Pflegebedürftigkeit und Arbeitslosigkeit. Heute sind über 90 % der Bevölkerung in mindestens einem Zweig der Sozialversicherung abgesichert.

Definition

Die Sozialversicherung ist ein staatlich geregeltes System, das Menschen in bestimmten Lebenslagen finanziell absichert. Sie besteht aus mehreren Versicherungszweigen, die jeweils unterschiedliche Risiken abdecken.

Ihren Ursprung hat die deutsche Sozialversicherung im Jahr 1881. Seitdem wurden die einzelnen Zweige schrittweise eingeführt:

  • 1883: Krankenversicherung
  • 1884: Unfallversicherung
  • 1889: Invaliden- und Alterssicherung
  • 1911: Angestelltenversicherung
  • 1927: Arbeitslosenversicherung
  • 1995: Pflegeversicherung

Alle Krankenversicherten sind seit dem 1. Januar 1995 automatisch auch in der Pflegeversicherung versicherungspflichtig. Seit 2007 sind zudem alle Personen in Deutschland krankenversichert – entweder gesetzlich oder privat.

Die rechtlichen Grundlagen der Sozialversicherung sind im Sozialgesetzbuch (SGB) geregelt. Die wichtigsten Bücher im Überblick:

  • SGB I – Allgemeiner Teil: Aufzählung der Sozialleistungen
  • SGB II – Grundsicherung für Arbeitsuchende
  • SGB III – Arbeitsförderung
  • SGB IV – Gemeinsame Vorschriften für alle Zweige
  • SGB V – Krankenversicherung
  • SGB VI – Rentenversicherung
  • SGB VII – Unfallversicherung
  • SGB IX – Rehabilitation und Teilhabe
  • SGB XI – Pflegeversicherung
  • SGB XII – Sozialhilfe
  • SGB X – Verwaltungsverfahren und Schutz der Sozialdaten

Jeder Mensch hat nach dem Sozialgesetzbuch grundsätzlich ein Recht auf Zugang zur Sozialversicherung.