Fehlzeiten

Fehlzeiten bezeichnen Zeiträume, in denen Arbeitnehmer trotz bestehender Arbeitspflicht ihre geschuldete Arbeitsleistung nicht erbringen. Der Begriff dient der arbeitsorganisatorischen und personalwirtschaftlichen Erfassung von Abwesenheiten und ist praxisrelevant für Personalplanung, Arbeitszeiterfassung und statistis...

In Kürze

Fehlzeiten bezeichnen Zeiträume, in denen Arbeitnehmer trotz bestehender Arbeitspflicht ihre geschuldete Arbeitsleistung nicht erbringen. Der Begriff dient der arbeitsorganisatorischen und personalwirtschaftlichen Erfassung von Abwesenheiten und ist praxisrelevant für Personalplanung, Arbeitszeiterfassung und statistische Auswertungen.

Definition

Fehlzeiten ist ein arbeitsrechtlicher und betriebswirtschaftlicher Begriff. Er bezeichnet Zeiträume, in denen eine vertraglich, tariflich oder betrieblich festgelegte Anwesenheitspflicht zeitweise nicht erfüllt ist — also eine objektive Abwesenheit vom Arbeitsplatz während der vorgesehenen Arbeitszeit ohne tatsächliche Arbeitsleistung vorliegt.

In der betrieblichen Praxis wird häufig zwischen zwei Begriffen unterschieden: Ausfallzeiten umfassen alle Zeiten, in denen Mitarbeitende fehlen — unabhängig vom Grund. Fehlzeiten im engeren Sinne sind dagegen nur jene Ausfallzeiten, auf die ein Unternehmen mehr oder weniger Einfluss nehmen kann.

Erfasst werden nur solche Zeiträume, die nicht bereits als rechtlich geschuldete Arbeitszeit gelten. Gesetzlich oder kollektivrechtlich freigestellte Abwesenheiten sind nur erfasst, soweit sie arbeitsorganisatorisch als Abwesenheit geführt werden. Fehlzeiten sind außerdem von der vergütungspflichtigen Freistellung abzugrenzen, bei der trotz Abwesenheit ein Anspruch auf Arbeitsentgelt besteht.

Fehlzeiten begründen keinen eigenständigen Anspruch und stellen nicht automatisch eine Pflichtverletzung des Arbeitnehmers dar. Der Begriff ist rein beschreibender Natur — eine unmittelbare Rechtsgrundlage ist nicht erforderlich.

In deutschen Unternehmen entfallen rund 85 % der Fehlzeiten auf krankheitsbedingte Abwesenheiten. Daneben gibt es weitere Formen wie unentschuldigtes Fehlen oder sonstige vermeidbare Abwesenheiten.

Die Höhe der Fehlzeiten hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Branche und Produktionsart
  • Betriebsklima und Führungsqualität
  • Arbeitsbedingungen und Arbeitsdruck
  • Qualifikation und private Lebensumstände der Beschäftigten
  • Konjunktur und Belegschaftsstruktur

Unternehmen können Fehlzeiten durch gezielte Maßnahmen beeinflussen. Dazu gehören unter anderem die systematische Erfassung und Auswertung von Abwesenheiten, Rückkehrgespräche nach Krankheit, flexible Arbeitszeitmodelle, Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge sowie ein verbesserter Arbeitsschutz. Werden Fehlzeiten nicht aktiv angegangen, können sie langfristig zunehmen — ein bewusster Umgang damit schützt sowohl die Interessen des Unternehmens als auch die der Belegschaft.

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