In Kürze
Fremdkapital sind Geldmittel, die ein Unternehmen von außen — zum Beispiel von Banken oder Lieferanten — geliehen bekommt und zurückzahlen muss. Es bildet den nicht eigenkapitalfinanzierten Teil der Unternehmensfinanzierung und ist vom Eigenkapital klar zu trennen.
Definition
Fremdkapital ist ein betriebswirtschaftlicher Begriff für alle rückzahlbaren Mittel, die ein Unternehmen von externen Kapitalgebern erhält — ohne dass diese gesellschaftsrechtlich am Unternehmen beteiligt sind. Typische Fremdkapitalgeber sind Kreditinstitute, Lieferanten oder andere Gläubiger, die einen Anspruch auf Rückzahlung und in der Regel auf Zinsen haben.
Fremdkapital liegt vor, wenn eine rechtlich begründete Rückzahlungsverpflichtung gegenüber Dritten bilanziell festgelegt ist. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Aufnahme dieser Finanzierungsform besteht für Unternehmen nicht grundsätzlich.
Abzugrenzen ist Fremdkapital vom Eigenkapital, das keine Rückzahlungsverpflichtung begründet und eine Gewinnbeteiligung vermittelt.
Arten nach Laufzeit
Je nach Laufzeit unterscheidet man drei Arten von Fremdkapital:
- Langfristiges Fremdkapital (länger als 5 Jahre, z. B. Darlehen, Hypotheken)
- Mittelfristiges Fremdkapital (1 bis 5 Jahre, z. B. Betriebsmittelkredite, Maschinenfinanzierung)
- Kurzfristiges Fremdkapital (weniger als 1 Jahr, z. B. Kontokorrentkredite, Lieferantenverbindlichkeiten)
Ausweis in der Bilanz
In der Bilanz wird Fremdkapital auf der Passivseite gesondert ausgewiesen. Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften schreibt § 247 Abs. 1 HGB eine ausreichende Aufgliederung vor. Kapitalgesellschaften folgen der detaillierteren Gliederungsvorschrift des § 266 Abs. 3 HGB.
Bei Kapitalgesellschaften gliedert sich das Fremdkapital in folgende Hauptposten:
- Rückstellungen (z. B. für Pensionen, Steuern, sonstige Verpflichtungen)
- Verbindlichkeiten (z. B. gegenüber Kreditinstituten, aus Lieferungen und Leistungen, aus Anleihen)
- Rechnungsabgrenzungsposten
Fremdkapitalquote
Eine wichtige Kennzahl ist die Fremdkapitalquote. Sie zeigt, wie groß der Anteil des Fremdkapitals am gesamten Kapital des Unternehmens ist. Die Formel lautet: Fremdkapital geteilt durch Gesamtkapital, multipliziert mit 100. Je höher die Quote, desto stärker ist das Unternehmen auf geliehene Mittel angewiesen.
Die Einordnung des Fremdkapitals beeinflusst außerdem Zinsaufwendungen, Liquiditätsplanung und die Informationsrechte betrieblicher Interessenvertretungen im Rahmen des Jahresabschlusses.