Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, woher ein Unternehmen seine Geldmittel bekommt und wofür es sie ausgibt. Sie ergänzt Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung um zahlungswirksame Informationen und macht Zahlungsströme transparent.

In Kürze

Die Kapitalflussrechnung zeigt, woher ein Unternehmen seine Geldmittel bekommt und wofür es sie ausgibt. Sie ergänzt Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung um zahlungswirksame Informationen und macht Zahlungsströme transparent.

Definition

Die Kapitalflussrechnung ist ein Teil des Jahresabschlusses und eine Rechnungslegungskomponente zur systematischen Darstellung von Zahlungsströmen innerhalb eines Geschäftsjahres. Sie stellt die sogenannte Mittelherkunft und Mittelverwendung dar — also wie Geld in ein Unternehmen hineinfließt und wie es wieder herausfließt.

Sie erfasst ausschließlich Veränderungen der liquiden Mittel und Zahlungsmitteläquivalente. Voraussetzung ist die periodengerechte Zuordnung sämtlicher zahlungswirksamer Geschäftsvorfälle nach einheitlichen Abgrenzungskriterien. Das Gesamtergebnis aller Zu- und Abflüsse wird als Cashflow bezeichnet.

Die Darstellung ist gegliedert nach drei Bereichen:

  • Laufende Geschäftstätigkeit
  • Investitionstätigkeit
  • Finanzierungstätigkeit

Die Kapitalflussrechnung entsteht, indem eine Bewegungsbilanz um Werte aus der Gewinn- und Verlustrechnung sowie dem Anlageverzeichnis ergänzt wird. Bei der Erstellung gibt es zwei Methoden:

  • Direkte Methode: Es werden alle tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben erfasst.
  • Indirekte Methode: Ausgangspunkt ist das Jahresergebnis; davon werden alle Posten abgezogen, die keine echten Zahlungen darstellen.

Rechtsgrundlage im deutschen Recht ist § 264 Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB). Nach den internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS) ist die Kapitalflussrechnung für alle Unternehmen ein Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses.

Abzugrenzen ist die Kapitalflussrechnung von der Gewinn- und Verlustrechnung, die eine erfolgswirksame Periodenabgrenzung vornimmt und keine reine Zahlungsbetrachtung darstellt. Die Kapitalflussrechnung begründet keine eigenständige Aussage über Ertragslage oder Vermögenswerte.

In der Praxis dient sie der Beurteilung von Liquidität, Finanzierungskraft und Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens.

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