In Kürze
Kreditoren sind Gläubiger eines Unternehmens — also alle, denen das Unternehmen Geld schuldet, insbesondere Lieferanten und Dienstleister mit offenen Rechnungen. Die Kreditorenbuchführung erfasst und überwacht diese Verbindlichkeiten systematisch.
Definition
Im engen Sinne bezeichnet Kreditor einen Lieferanten oder Dienstleister, der Waren oder Leistungen auf Ziel erbracht hat — also auf Rechnung, noch ohne sofortige Bezahlung. Diese Schulden werden im Konto Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verbucht.
Im weiteren Sinne umfasst der Begriff alle Gläubiger eines Unternehmens, zum Beispiel auch Kreditinstitute oder sonstige Darlehensgeber. Kreditoren entstehen regelmäßig durch Warenlieferungen, Dienstleistungen oder vergleichbare schuldrechtliche Austauschverhältnisse mit Zahlungsziel.
Die handelsrechtliche Einordnung erfolgt nach dem Handelsgesetzbuch (HGB), insbesondere § 266 HGB, der die Darstellung von Verbindlichkeiten in der Bilanz regelt. Kreditoren sind damit für die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung und die Darstellung des Fremdkapitals relevant.
Abzugrenzen sind Kreditoren von Debitoren, die Forderungen des Unternehmens gegenüber eigenen Leistungsempfängern erfassen — also das genaue Gegenstück.
In größeren Unternehmen gibt es eine eigene Kreditorenbuchführung als Nebenbuchhaltung der Finanzbuchführung. Sie übernimmt folgende Aufgaben:
- Sachliche Prüfung von Eingangsrechnungen und -gutschriften
- Erfassen und Verbuchen der Rechnungen sowie der geleisteten Zahlungen
- Bezahlung der Rechnungen entsprechend ihrer Fälligkeit
- Führen und Überwachen offener Posten sowie Erstellung von Auswertungen wie Offene-Posten-Listen und Saldenlisten
Für jeden Geschäftspartner wird im Rahmen der doppelten Buchführung ein eigenes Personenkonto geführt. Bei seltenen Geschäftsbeziehungen kommen Sammelkonten zum Einsatz.
Die Führung von Lieferantenkonten gehört zu den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und ist damit eine Mindestanforderung an ein ordnungsgemäßes Rechnungswesen. Zusammen mit der Debitorenbuchführung gibt sie der Unternehmensleitung einen aktuellen Überblick über die Liquiditätslage.