Plankostenrechnung

Die Plankostenrechnung ist ein zukunftsorientiertes Instrument der betrieblichen Kostenrechnung. Ein Unternehmen plant damit seine Kosten im Voraus und kontrolliert anschließend, ob die tatsächlichen Kosten mit den geplanten übereinstimmen.

In Kürze

Die Plankostenrechnung ist ein zukunftsorientiertes Instrument der betrieblichen Kostenrechnung. Ein Unternehmen plant damit seine Kosten im Voraus und kontrolliert anschließend, ob die tatsächlichen Kosten mit den geplanten übereinstimmen.

Definition

Plankostenrechnung bezeichnet eine auf zukünftige Perioden ausgerichtete Form der Kostenrechnung. Anders als die Istkostenrechnung oder die Normalkostenrechnung, die auf vergangenen Zahlen beruhen, werden hier für eine kommende Abrechnungsperiode die erwarteten Kosten nach Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträgern (z. B. Produkte) detailliert vorausgeplant.

Die geplanten Kosten – die sogenannten Plankosten – entstehen, indem man die prognostizierten Mengen mit den geplanten Preisen multipliziert. Für jede Kostenstelle wird ein Budget festgelegt. Am Ende der Periode vergleicht man die Plankosten mit den tatsächlich angefallenen Kosten (Soll-Ist-Vergleich). Abweichungen werden analysiert und den verantwortlichen Bereichen zugeordnet.

Die Plankostenrechnung verfolgt drei Hauptzwecke: Kostenkontrolle, Unternehmenssteuerung und – durch realistische Zielvorgaben – die Motivation der Mitarbeiter. Positive Abweichungen können sogar als Grundlage für Prämiensysteme genutzt werden.

Tatbestandlich erforderlich sind eine strukturierte Kostenartenrechnung, eine Kostenstellenrechnung sowie festgelegte Planbeschäftigungen mit verursachungsgerechter Zuordnung. Gesetzliche Rechtsgrundlagen bestehen nicht, da die Plankostenrechnung Teil des internen Rechnungswesens ist und keine unmittelbare Rechtswirkung gegenüber Dritten entfaltet.

Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist die Kostenremanenz: Sinkt die Auslastung eines Unternehmens, gehen die Kosten oft nicht im gleichen Maß zurück, wie sie bei steigender Auslastung gestiegen wären – etwa weil rechtliche oder wirtschaftliche Gründe eine schnelle Anpassung verhindern.

In der Praxis unterscheidet man drei Hauptformen der Plankostenrechnung:

  • Starre Plankostenrechnung: Kosten werden auf Basis eines gleichbleibenden Beschäftigungsgrads geplant (Vollkostenrechnung); in der Praxis kaum noch verbreitet.
  • Flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis: Kosten werden je Kostenstelle und Kostenart für die tatsächlich geplante Auslastung angesetzt.
  • Flexible Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis (Grenzplankostenrechnung): Fixe und variable Kosten werden getrennt erfasst, sodass für jeden Kostenträger ein Deckungsbeitrag berechnet werden kann – geeignet auch für Preis- und Produktentscheidungen.

Weil die Plankostenrechnung ein umfassendes betriebliches Rechnungswesen voraussetzt, findet man sie vor allem in mittleren und großen Unternehmen.

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