In Kürze
Der dispositive Faktor ist der vierte Produktionsfaktor eines Unternehmens und bezeichnet alle leitenden, planenden, organisierenden und kontrollierenden Tätigkeiten zur Steuerung betrieblicher Prozesse. Er wird in der Praxis dem Management zugeordnet.
Definition
Der Begriff geht auf den Wirtschaftswissenschaftler E. Gutenberg zurück, der vier Produktionsfaktoren unterschied: menschliche Arbeitsleistung, Betriebsmittel, Werkstoffe — und als vierten den dispositiven Faktor.
Während die menschliche Arbeitsleistung die rein ausführende Arbeit meint, umfasst der dispositive Faktor die leitende, lenkende, planende und organisierende Tätigkeit im Unternehmen. Er wirkt steuernd auf den Einsatz und das Zusammenspiel der übrigen Produktionsfaktoren. Eine eigenständige materielle Leistungserbringung ist damit nicht verbunden.
Zu den typischen Aufgaben des dispositiven Faktors gehören:
- Ziele entwickeln und vorgeben
- Unternehmensplanung durchführen
- Unternehmerische Entscheidungen treffen
- Betriebsabläufe optimal organisieren und koordinieren
- Ein Controllingsystem aufbauen und betreiben
Dispositive Tätigkeit ist stets geistiger Natur: Sie ist entscheidungs-, steuerungs-, planungs-, organisations- und marktorientiert. In größeren, hierarchisch aufgebauten Unternehmen übernehmen auch nachgeordnete Führungskräfte auf unterschiedlichen Ebenen Teile dieser Aufgaben — nicht nur die Unternehmensleitung selbst.
Abzugrenzen ist der dispositive Faktor von der ausführenden Arbeit, die keine Entscheidungs- oder Steuerungsbefugnis umfasst. Er ist in der betrieblichen Praxis maßgeblich für Effizienz, Ablaufgestaltung und wirtschaftliche Zielerreichung.