Stressmanagement

Stressmanagement umfasst alle Strategien und Maßnahmen, mit denen arbeitsbedingte Belastungen erkannt, reduziert und besser bewältigt werden können. Es betrifft sowohl individuelles Verhalten als auch betriebliche Arbeitsbedingungen.

In Kürze

Stressmanagement umfasst alle Strategien und Maßnahmen, mit denen arbeitsbedingte Belastungen erkannt, reduziert und besser bewältigt werden können. Es betrifft sowohl individuelles Verhalten als auch betriebliche Arbeitsbedingungen.

Definition

Stressmanagement bezeichnet die Gesamtheit strukturierter Maßnahmen zur Erkennung, Vermeidung und Reduzierung arbeitsbezogener Stressbelastungen — sowohl durch individuelle Bewältigungsstrategien als auch durch betriebliche Gestaltung der Arbeitsorganisation.

Stress entsteht, wenn ein gravierendes Missverhältnis zwischen einer Person und ihrer Umwelt besteht — etwa wenn äußere Anforderungen die eigenen Fähigkeiten übersteigen oder persönliche Ansprüche und tatsächliche Möglichkeiten auseinanderfallen. Bleibt dieses Missverhältnis bestehen, wirkt es sich negativ auf Leistungsfähigkeit, seelische Verfassung und körperliche Gesundheit aus. Schädlicher Stress wird als Dis-Stress bezeichnet — im Unterschied zu positiv erlebten Herausforderungen, dem sogenannten Eu-Stress.

Typische Stressquellen im Berufsalltag sind:

  • Zu großes Arbeitspensum und Termindruck
  • Störende Unterbrechungen und hoher Lärmpegel
  • Spannungen mit Vorgesetzten, Kollegen oder Mitarbeitern
  • Schlechtes Betriebsklima
  • Anforderungen, die die eigenen Fähigkeiten übersteigen
  • Fehlender Ausgleich in der Freizeit

Stress entsteht jedoch nicht nur durch äußere Umstände. Auch innere Faktoren spielen eine Rolle — etwa unzureichende Selbstkenntnis, fehlender Realitätssinn oder Abwehrhaltungen. Entscheidend ist nicht allein das Missverhältnis selbst, sondern die Fähigkeit und das Selbstbewusstsein, damit umzugehen.

Beim Stressmanagement geht es darum, gezielt an einer oder mehreren Stellschrauben zu drehen: eigene Fähigkeiten verbessern, Ansprüche anpassen, äußere Anforderungen verändern oder verfügbare Ressourcen erhöhen. Bewährte Strategien sind:

  • Entspannungstraining (z. B. autogenes Training)
  • Selbstsicherheitstraining
  • Zeit- und Selbstmanagement
  • Einübung effizienten Handelns
  • Abbau von Perfektionsdrang und irrationalen Denkmustern
  • Gezielte Ziel- und Planerstellung zur Verhaltensänderung

Verhaltensänderung ist ein langwieriger Prozess. Regelmäßige Selbstbeobachtung und konsequentes Durchhalten erarbeiteter Pläne gelten dabei als besonders hilfreich.

Rechtsgrundlagen ergeben sich insbesondere aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, die auch psychische Belastungen einschließt. Stressmanagement begründet jedoch keinen eigenständigen Anspruch auf bestimmte Maßnahmen oder Leistungen.

Abzugrenzen ist Stressmanagement von medizinischer Behandlung und therapeutischer Intervention außerhalb des Arbeitsverhältnisses. In der Praxis dient es der Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken und der Sicherung nachhaltiger Arbeitsfähigkeit.

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