Nachfrageoligopol
In Kürze
Nachfrageoligopol beschreibt eine Marktstruktur mit wenigen dominanten Nachfragern. Es beeinflusst Preisbildung und Verhandlungsmacht auf Beschaffungsmärkten.
Definition
Nachfrageoligopol ist ein arbeitsrechtlicher Begriff mit betriebswirtschaftlicher Verankerung im Markt- und Wettbewerbsumfeld. Ein Nachfrageoligopol bezeichnet eine Marktform, in der wenigen Nachfragern eine Vielzahl voneinander abhängiger Anbieter gegenübersteht. Die Struktur ist gegeben, wenn die Nachfrageseite mengenmäßig konzentriert ist und die Angebotsseite zersplittert bleibt. Tatbestandlich erforderlich ist eine nachhaltige Verhandlungsmacht der Nachfrager gegenüber einzelnen oder strukturell schwachen Anbietern. Diese Marktmacht äußert sich regelmäßig in der Durchsetzung niedriger Preise oder einseitiger Vertragsbedingungen. Ein Nachfrageoligopol entsteht unabhängig von individuellen Vertragsabschlüssen durch die objektive Marktverteilung. Gesetzliche Spezialregelungen bestehen nicht, berührt werden jedoch wettbewerbsrechtliche Kontrollmechanismen nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB). Das Nachfrageoligopol begründet keinen Anspruch auf bestimmte Preise oder Lieferkonditionen. Vom Nachfrageoligopol abzugrenzen ist das Angebotsoligopol mit wenigen Anbietern und vielen Nachfragern. In der Praxis ist das Nachfrageoligopol insbesondere bei der Bewertung von Einkaufsstrategien und arbeitsbezogenen Wertschöpfungsketten relevant.