Quantitätstheorie
In Kürze
Die Quantitätstheorie beschreibt einen systematischen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisniveau. Sie erklärt Preisänderungen als Folge geldmengenbezogener Veränderungen.
Definition
Die Quantitätstheorie ist ein wirtschaftswissenschaftlicher Begriff. Sie beschreibt einen modellhaften Zusammenhang zwischen der umlaufenden Geldmenge und dem allgemeinen Preisniveau. Die Quantitätstheorie geht davon aus, dass Änderungen der Geldmenge ceteris paribus zu proportionalen Änderungen des Preisniveaus führen. Der Zusammenhang liegt vor, wenn Geldmenge, Umlaufgeschwindigkeit, Transaktionsvolumen und Preisniveau rechnerisch verknüpft sind. Formalisiert wird dies durch die Quantitätsgleichung, in der Geldmenge und Umlaufgeschwindigkeit der Güterseite gegenübergestellt werden. Als funktionale Grundlage dient die von Irving Fisher entwickelte Verkehrsgleichung M × V = P × T. Eine unmittelbare Vorhersage realwirtschaftlicher Entwicklungen begründet die Quantitätstheorie nicht. Die Quantitätstheorie ist von keynesianischen Erklärungsmodellen abzugrenzen, die Nachfrage- und Zinseffekte stärker berücksichtigen. In der wirtschaftspolitischen Praxis dient die Quantitätstheorie als analytischer Referenzrahmen für geldpolitische Steuerungsüberlegungen.