Harzburger Modell
In Kürze
Das Harzburger Modell beschreibt ein Führungsprinzip mit klarer Aufgabenübertragung und abgegrenzter Verantwortung. Es ordnet Entscheidungs- und Handlungsbefugnisse systematisch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter.
Definition
Harzburger Modell ist ein arbeitsrechtliches Modell zur strukturierten Organisation von Führung und Verantwortung im Betrieb. Es beschreibt ein Führungsprinzip, bei dem Aufgaben klar abgegrenzt und zur eigenständigen Bearbeitung übertragen werden. Die Führungsverantwortung verbleibt bei der vorgesetzten Stelle, während die Handlungsverantwortung der ausführenden Person zugewiesen ist. Voraussetzung ist eine verbindlich festgelegte Stellenbeschreibung mit eindeutig umrissenem Aufgabenbereich und definierten Zuständigkeiten. Ergänzend bestehen allgemeine Führungsanweisungen, welche Ziele, Berichtspflichten und Kontrollmechanismen abstrakt festlegen. Eine gesetzliche Regelung ist nicht erforderlich, da das Harzburger Modell auf betrieblicher Organisationsentscheidung beruht. Das Harzburger Modell begründet keinen eigenständigen arbeitsrechtlichen Anspruch auf bestimmte Entscheidungsbefugnisse. Es ist vom Management by Delegation abzugrenzen, da Führungs- und Handlungsverantwortung ausdrücklich getrennt zugeordnet werden. In der Praxis dient das Harzburger Modell der formalen Strukturierung von Verantwortlichkeiten innerhalb hierarchisch gegliederter Arbeitsorganisationen.