Kapovaz
In Kürze
Kapovaz bezeichnet eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit nach betrieblichem Arbeitsanfall. Der Begriff beschreibt kein einheitliches Modell, sondern einen arbeitsorganisatorischen Oberbegriff.
Definition
Kapovaz ist ein arbeitszeitrechtliches Modell. Es beschreibt die variable Steuerung geschuldeter Arbeitszeit nach dem tatsächlichen betrieblichen Kapazitätsbedarf. Kapovaz liegt vor, wenn Umfang und Lage der Arbeitszeit nicht abschließend kalendermäßig bestimmt sind. Vorausgesetzt ist, dass Mindestarbeitszeiten oder Referenzzeiträume objektiv festgelegt und arbeitsvertraglich verbindlich geregelt sind. Die Ausgestaltung kann Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahreszeiträume betreffen und systematisch Arbeitszeitkonten einbeziehen. Die Abrufentscheidung erfolgt nach sachlichen Kriterien des Arbeitsanfalls innerhalb der vorgegebenen zeitlichen Grenzen. Rechtsgrundlage ist § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz TzBfG, ergänzt durch die Rahmenvorgaben des Arbeitszeitgesetzes ArbZG. Kapovaz begründet keine Verpflichtung des Arbeitgebers zur tatsächlichen Ausschöpfung des vereinbarten Arbeitszeitvolumens. Von Kapovaz abzugrenzen ist die vollständig fest vereinbarte Teilzeitarbeit ohne variable Abrufkomponente. In der betrieblichen Praxis dient Kapovaz der kurzfristigen Anpassung personeller Einsatzzeiten an schwankende Leistungsanforderungen.