Vorgesetztenbeurteilung
In Kürze
Vorgesetztenbeurteilung bezeichnet ein strukturiertes Feedbackverfahren zur Bewertung von Führungskräften. Die Einschätzung erfolgt durch unterstellte Beschäftigte anhand festgelegter Kriterien.
Definition
Vorgesetztenbeurteilung ist ein arbeitsrechtliches Instrument zur systematischen Bewertung des Führungsverhaltens durch unterstellte Beschäftigte. Sie erfasst Wahrnehmungen zu Verhalten, Kommunikation und Führungsausübung anhand vorab festgelegter Bewertungsmaßstäbe. Die Vorgesetztenbeurteilung liegt vor, wenn Rückmeldungen standardisiert, anonymisiert und organisationsintern ausgewertet werden. Voraussetzung ist eine organisatorisch geregelte Durchführung innerhalb eines bestehenden Arbeitsverhältnisses ohne individualrechtliche Entscheidungswirkung. Die Durchführung erfolgt regelmäßig durch Fragebögen, Feedbacksysteme oder strukturierte Rückmeldeverfahren mit einheitlicher Methodik. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Durchführung einer Vorgesetztenbeurteilung besteht nicht. Die Vorgesetztenbeurteilung begründet keinen Anspruch auf personelle Maßnahmen oder arbeitsrechtliche Sanktionen. Sie ist von der Mitarbeiterbeurteilung abzugrenzen, bei der Vorgesetzte die Leistung unterstellter Personen bewerten. Die Ergebnisse unterliegen dem Datenschutzrecht und dürfen nur zweckgebunden verarbeitet werden. In der betrieblichen Praxis dient die Vorgesetztenbeurteilung der internen Führungsentwicklung und Organisationssteuerung.