Existenzbedürfnisse
In Kürze
Existenzbedürfnisse bezeichnen lebensnotwendige menschliche Bedürfnisse. Sie sichern das physische Überleben unabhängig von gesellschaftlichen oder kulturellen Präferenzen.
Definition
Existenzbedürfnisse sind ein wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Begriff. Er bezeichnet Bedürfnisse, deren fortdauernde Befriedigung für das physische Überleben erforderlich ist. Der Begriff erfasst elementare Lebensanforderungen wie Ernährung, Unterkunft, Kleidung und körperliche Regeneration. Existenzbedürfnisse liegen vor, wenn die dauerhafte Sicherung der biologischen Lebensfähigkeit objektiv erforderlich ist. Maßgeblich ist eine allgemeine, vom individuellen Lebensstil unabhängige Betrachtung menschlicher Existenzbedingungen. Die Zuordnung erfolgt unabhängig von Einkommen, sozialem Status oder kultureller Prägung der betroffenen Person. Existenzbedürfnisse werden den primären Bedürfnissen zugeordnet und stehen am Anfang hierarchischer Bedürfnisordnungen. Sie bilden die Grundlage für weitergehende Bedürfnisse, ohne selbst soziale Teilhabe zu gewährleisten. Ein eigenständiger rechtlicher Anspruch wird durch Existenzbedürfnisse nicht begründet. Sie sind von Grundbedürfnissen abzugrenzen, die qualitative Mindeststandards über das bloße Überleben hinaus erfassen. In der Praxis dienen Existenzbedürfnisse als sachliche Bezugsgröße bei sozialpolitischen und ökonomischen Bewertungsmaßstäben.