Genfer Schema
In Kürze
Genfer Schema beschreibt ein einheitliches Verfahren zur Bewertung von Arbeitsanforderungen. Es dient der strukturierten Vergleichbarkeit von Tätigkeiten innerhalb betrieblicher Organisationen.
Definition
Genfer Schema ist ein arbeitsrechtliches Instrument zur systematischen Bewertung von Arbeitsanforderungen innerhalb betrieblicher Stellenstrukturen. Es dient der objektivierten Erfassung von Tätigkeitsmerkmalen unabhängig von der konkret beschäftigten Person. Bewertet werden arbeitsbezogene Anforderungen anhand festgelegter Kategorien mit einheitlicher Bewertungslogik. Das Genfer Schema erfasst geistige Anforderungen, körperliche Anforderungen, Arbeitsbedingungen sowie Verantwortung als abstrakte Bewertungsdimensionen. Voraussetzung ist, dass die Arbeitsanforderungen stellenbezogen beschrieben, voneinander trennbar und vergleichbar festgelegt sind. Die Bewertung erfolgt anhand generalisierter Kriterien ohne Bezug auf individuelle Leistungsfähigkeit oder persönliche Eigenschaften. Die Anwendung berührt mitbestimmungsrelevante Entlohnungsgrundsätze nach dem Betriebsverfassungsgesetz, insbesondere § 87 Absatz 1 Nummer 10 BetrVG. Das Genfer Schema begründet keine Verpflichtung zur Einführung bestimmter Vergütungsmodelle oder Entgeltgruppen. Es ist von leistungsbezogenen Beurteilungssystemen abzugrenzen, da es ausschließlich tätigkeitsbezogene Anforderungen bewertet. In der betrieblichen Praxis ermöglicht das Genfer Schema eine strukturierte Stellenbewertung als Grundlage vergleichbarer Personal- und Vergütungsentscheidungen.