Stille Reserve
In Kürze
Stille Reserve bezeichnet ein Arbeitskräftepotenzial außerhalb der amtlichen Erwerbsstatistik. Es umfasst Personen mit grundsätzlicher Arbeitsmarktverfügbarkeit ohne formale Registrierung.
Definition
Stille Reserve ist ein arbeitsmarktpolitischer Begriff. Stille Reserve bezeichnet Personen, die weder als beschäftigt noch als arbeitslos statistisch erfasst werden. Erfasst sind Personen, die dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stehen können. Stille Reserve liegt vor, wenn Erwerbsfähigkeit besteht, jedoch keine formale Arbeitslosmeldung erfolgt. Voraussetzung ist, dass die Personen bei veränderten Rahmenbedingungen eine Erwerbstätigkeit aufnehmen würden. Dazu zählen insbesondere nicht gemeldete Arbeitsuchende ohne Leistungsanspruch oder mit geringen Vermittlungserwartungen. Die Einordnung erfolgt im Zusammenhang mit dem Erwerbspersonenpotenzial nach arbeitsmarktstatistischen Kriterien. Eine rechtliche Verpflichtung zur Arbeitsaufnahme oder Meldung wird durch den Begriff nicht begründet. Stille Reserve ist von bilanziellen stillen Reserven des Rechnungswesens klar abzugrenzen. In der Praxis dient Stille Reserve der Bewertung verdeckter Arbeitskräftepotenziale und arbeitsmarktpolitischer Steuerungswirkungen.