Abschreibungsquote
In Kürze
Die Abschreibungsquote misst den Abnutzungsgrad des abnutzbaren Anlagevermögens eines Unternehmens. Sie dient der Analyse vergangener Investitions- und Abschreibungsstrukturen.
Definition
Abschreibungsquote ist ein betriebswirtschaftlicher Begriff der quantitativen Jahresabschlussanalyse von Unternehmen und Konzernen. Sie beschreibt das Verhältnis kumulierter Abschreibungen zu historischen Anschaffungswerten des abnutzbaren Anlagevermögens. Die Abschreibungsquote bildet den rechnerischen Abnutzungsgrad von Sachanlagen zu einem bestimmten Bilanzstichtag ab. Sie liegt vor, wenn Abschreibungsbeträge und Bezugsgrößen einheitlich abgegrenzt und zeitlich vergleichbar ermittelt sind. Erfasst werden regelmäßig nur selbst erworbene, abnutzbare Anlagegüter ohne Finanzanlagen oder geleaste Vermögenswerte. Die Kennzahl dient der internen und externen Analyse der Altersstruktur des betrieblichen Anlagevermögens. Rechtsgrundlagen sind nicht erforderlich, da ihre Bildung keiner unmittelbaren handelsrechtlichen oder steuerrechtlichen Pflicht folgt. Die Abschreibungsquote begründet keinen Anspruch auf Investitionsentscheidungen, Modernisierungen oder Ersatzbeschaffungen des Unternehmens. Vom Anlagenabgang ist sie abzugrenzen, da dieser tatsächliche Vermögensveränderungen und keine Kennzahlen darstellt. Ebenso unterscheidet sie sich vom Umsatz, weil keine Erlösentwicklung, sondern Wertverzehr abgebildet wird. In der Praxis unterstützt sie Controlling, Wirtschaftsausschüsse und Abschlussadressaten bei strukturierten Beurteilungen. Die Abschreibungsquote wird häufig als ergänzende Kennzahl zur Bewertung langfristiger Investitionszyklen herangezogen.